
Seit Sommer 2016 steht die Jugendfreizeitstätte Clüverswerder leer. Die Suche nach einem neuen Nutzer gestaltet sich schwierig. (Björn Hake)
Im vergangenen Sommer sorgte ein altes abgelegenes Gebäude zwischen Bierden und Bollen für hitzige Diskussionen in der Achimer Politik. Die Rede ist von der ehemaligen Jugendfreizeitstätte Clüverswerder und den damaligen Plänen, dort eine Kita einzurichten, um zusätzlich Betreuungsplätze für Kinder zu schaffen. Die Politik sprach sich letztlich, wie berichtet, mehrheitlich gegen diesen Vorschlag aus und der Landkreis Verden, der Eigentümer des Grundstücks ist, musste die Hoffnung wieder begraben, endlich eine Nutzung für das schon längere Zeit leer stehende Haus gefunden zu haben.
Rund 30 Jahre wurde das Gebäude als Jugendfreizeitstätte des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) genutzt, anschließend waren dort für rund ein Jahr Flüchtlinge untergebracht, bevor auch diese im Sommer 2016 auszogen. Seitdem steht es leer und das hat sich auch rund ein Jahr nach der Absage aus Achim noch nicht geändert. Pro Jahr kostet die Bewirtschaftung des Landsitzes den Landkreis rund 35 000 Euro. Allerdings gibt es mittlerweile neue Hoffnung für eine Nachnutzung, wie Kreiskämmerer Holger Piplat berichtet. „Das Gebäude steht zwar im Moment noch immer leer, aber es gibt aktuell ein konkretes Projekt, was wir verfolgen“, sagt er. Demnach ist geplant, aus dem Gebäude eine multifunktionale Begegnungs- und Bildungsstätte zu machen. „Näheres kann ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen“, erklärt Piplat. Nur soviel: Es müsste, sollten die Pläne umgesetzt werden, einen externen Träger geben, der die Begegnungsstätte betreibt.
„Aktuell läuft allerdings erst einmal die Bauvoranfrage, um die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit des Vorhabens festzustellen“, erklärt der Kreiskämmerer. Zu der müsse beispielsweise auch die Stadt Achim eine Stellungnahme abgeben. Diese Prüfung müsse zunächst abgewartet werden. Wie lange diese dauern wird, kann Piplat allerdings nicht sagen. „Das hängt immer von der Schwierigkeit der Beurteilung ab.“ Es handelt sich bei dem Grundstück nämlich baurechtlich um einen Außenbereich, was bedeutet, dass das Grundstück außerhalb von zusammenhängenden Bebauungen und somit nicht im Geltungsbereich eines Bebauungsplans liegt. Der Flächennutzungsplan sieht laut Piplat soziale Zwecke wie etwa ein Jugendheim vor. Darüber hinaus liegt der Landsitz Clüverswerder zusätzlich auch noch in einem Landschaftsschutzgebiet.
Zahlreiche Einschränkungen für Nachnutzung
All diese Einschränkungen hätten laut Piplat eine Nachnutzung des Gebäudes in der Vergangenheit sehr schwierig gemacht. „Es sind mehrere Faktoren, die zusammenkommen. So liegt das Gebäude beispielsweise auch sehr weit draußen und ist nur eingeschränkt erschlossen.“
Darüber hinaus sei es aufgrund des jahrelangen Leerstandes derzeit auch nicht mehr im besten Zustand. „Wir wollen als Landkreis das Eigentum am Gebäude behalten, haben aber selbst keinen Bedarf für eine Nachnutzung“, erklärt Piplat. Ziel ist es daher gewesen, eine angemessene Folgenutzung zu finden. „Ein Verkauf steht für den Landkreis nicht zur Debatte.“
Dafür hatte es in den vergangenen Jahren wohl schon einige Interessenten gegeben. „Es gab in all der Zeit immer wieder Anfragen“, sagt Holger Piplat. „Wenn wir das Grundstück hätten verkaufen wollten, wären wir es schon längst losgeworden.“ Und auch für eine Nutzung des Gebäudes als Gastronomie oder Seminarstätte habe es öfter Angebote gegeben. „All das ist an dieser Stelle allerdings baurechtlich nicht möglich.“ Mit der geplanten Bildungs- und Begegnungsstätte hofft der Landkreis nun, die passende Nutzung gefunden zu haben.
July 22, 2020 at 10:00AM
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Ehemalige Jugendfreizeitstätte könnte Begegnungsstätte werden - WESER-KURIER
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